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Zum 30. Jahrestag des Super-Gau von Tschernobyl

ÖDP reicht in Kommunen Fragen zum atomaren Katastrophenfall ein

Die Reaktorkatstrophe von Tschernobyl jährt sich zum 30. Mal. Wären die Behörden heute auf eine Atomkatastrophe in Temelin, Isar 2, Gundremmingen oder Grafenrheinfeld vorbereitet? Das wollen landesweit mehrere ÖDP-Stadtrats- und Kreistagsfraktionen in einem Fragenkatalog wissen.

Die ÖDP verlangt Auskunft, wie die Alarmierung bei Stromausfall erfolgt und wie in einem atomaren Katastrophenfall die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln aufrechterhalten werden könne. Auch wenn ein genereller Schutz vor Verstrahlung nicht möglich sei, könne zumindest das Schilddrüsenkrebsrisiko durch rechtzeitige Einnahme von Jodidtabletten reduziert werden. "Wie sollen die rechtzeitig verteilt werden", fragt sich ÖDP-Landesvorsitzender Klaus Mrasek.

Bei einer schweren atomaren Katstrophe könne man davon ausgehen, dass der Verkehr innerhalb und außerhalb der Städte und Landkreise zusammenbricht, möglicherweise auch die Stromversorgung. Deshalb müsse man den Katastrophenschutz rechtzeitig auf solche Herausforderungen vorbereiten, so die ÖDP.

Wie sollen die Kinder bei Atom-Alarm sicher aus Kindergärten und Schulen nach Hause kommen? Wer bereitet dies flächendeckend vor, die Schulverwaltung oder die kommunale Behörde? Welche Notunterkünfte stehen schnell zur Verfügung? Haben die Einsatzeinheiten und Krankenhäuser genügend Strahlenmessgeräte? Werden fehlende Geräte durch die kreisfreien Städte und Landkreise beschafft? Ist eine Evakuierung überhaupt möglich? "Diese Fragen müssen endlich auf den Tisch und beantwortet werden. Das klingt zwar alles nach Horror-Szenario, aber die Gefahr ist real. Tschernobyl und Fukushima haben das gezeigt. Auch in Deutschland laufen noch mehrere Atomreaktoren. Wir dürfen das nicht einfach mit einer "Kopf in den Sand-Haltung" achselzuckend hinnehmen", fordert der bayerische ÖDP-Vorsitzende Klaus Mrasek.

30 Jahre nach Tschernobyl sei "eine Überprüfung des atomaren Katastrophenschutzes mehr als berechtigt". "Wir müssen die Gefahren realistisch betrachten, um die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Und das kann letztendlich nur bedeuten: schneller aus der Atomkraft aussteigen als geplant!", fordert Mrasek.

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